05 Zur Römerzeit - Gemeinde Fisch

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05. Fisch zur Römerzeit


Fisch in römischer Zeit
Das Stammesgebiet der keltischen Treverer wurde durch Julius Caesar im Zuge des Gallischen Krieges 58 bis 50 v.Chr. erobert und somit Teil des Römischen Reiches.
Die römische Vergangenheit kann man mit geübtem Auge auch in Fisch auf Schritt und Tritt erkennen. Herausragend sind die unter der Grasnarbe des „Eichelknoop“ östlich des Dorfes schlummernden Überreste der weitläufigen, ehemaligen römischen Villa. Um das Jahr 1830 wurden dort die Überreste von einem großen Gebäude mit Kellern und unterirdischen Gängen gefunden. Große Schütthaufen und dergleichen sind noch heute vorhanden. Die Sage geht, dass selbige Überreste eines Klosters sind, welches von den „Tempelherren“ bewohnt gewesen. Einige sagen, selbige hätten ganz unterirdisch gewohnt. Der Orden der Tempelritter, welcher 1118 entstand, würde im Jahr 1309 in Frankreich heftig verfolgt und es ist daher nicht unmöglich, dass die verfolgten Ritter hier eine vorrübergehende Zufluchtsstätte gefunden hatten. Untersuchungen im Sommer 1921 durch das Rheinische Landesmuseum in Trier ergaben aus dem aufgefundenen Estrich, Ziegeln (Flach-, Hohl-, Wand- und Bodenziegel), Scherben und Glas, den sicheren Nachweis einer römische Niederlassung – einer Villa rusticana.
Im Ort selbst wurden im Frühjahr 1985 bei Ausschachtungsarbeiten die kalkmörtelgebundenen Grundmauern eines römischen Gebäudes angeschnitten. Dr. Gilles vom Landesmuseum in Trier datierte diese in das 2. Jahrhundert nach Christus. Möglicherweise handelt es sich um die Überreste einer heidnischen Kultstätte, auf die man bereits bei Bauarbeiten um die Jahrhundertwende gestoßen war. Eine kleine bronzene Götterfigur war damals ans Tageslicht gekommen, in ihrem großen Wert jedoch nicht erkannt worden und verloren gegangen.
Mit der Fortdauer der römischen Zeit muss auch für die kleine Ansiedlung (vicus) eine Blütezeit begonnen haben; lag sie doch dicht an der Römerstraße Metz – Trier, heute kurz die „Kimm“ genannt. Die Kimm ist wohl uralter Handelsweg über die sicheren Hohen des Saargaus und war als Handelsroute eine wichtige Süd-Nord-Verbindung. Von den Römern in ihrer strategischen Bedeutung erkannt wurde dieser Weg zur einer römischen Fernstraße ausgebaut und diente noch bis in die jüngere Vergangenheit als Hauptverbindungsweg.


Auf unserem Bann ist die Römerstraße in ihrer ursprünglichen Form zum Teil gut sichtbar erhalten geblieben, teilweise aber auch durch die Rodungshacke zerstört worden.
Um das Jahr 1877 hat ein Mann aus Fisch in der Nähe der Römerstraße, und zwar an der südlichen Seite des Dorfes, einen großen, grauen, viereckigen Sandstein aus dem Acker gepflügt. Eine Seite war mit lateinischen Buchstaben, mit Punkten und Worten, die der Mann nicht lesen konnte, versehen. Die Höhe des Steines betrug etwa 1 m, die obere Breite 0,30 m. Der untere Teil war nicht behauen. Sehr wahrscheinlich war der Fund ein römischer Meilenstein, wie solche ja oft gefunden worden sind. Der nicht behauene Teil war offenbar zum Eingraben in den Boden bestimmt. Da der Mann den Wert des Steines leider nicht erkannte, hat er ihn zu Straßenkies zerschlagen.
In den 1840er Jahren hat man hinter dem Garten des Ackers Johann Etringer eine Menge Menschenknochen, Waffen, ja sogar zwei steinerne Särge ausgegraben, welche letztere noch gut erhalten waren. Diese seien mit „Bildern“ und Inschriften versehen gewesen. Einer wurde aus Unkenntnis zerschlagen; der andere ist lange Jahre als Schweinetrog benutzt worden. Eine Nachschau ergab die Feststellung einer Gräberreihe, jedes Grab 2 m lang, 0,55 m tief und 0,60 m breit, aus Kalkstein ohne Mörtel gemauert. Die Toten schauten nach Osten. Ein kleineres Skelett lag noch unberührt, ein zweites vollständig durcheinander gewürfelt am Kopfende und ein drittes ebenso zerstückelt gar außerhalb des Grabes. Das lässt die Vermutung zu, dass die Gräber schon einmal geöffnet waren. Es war auch nicht die geringste Spur einer Beigabe zu entdecken.
Ein historisch äußerst wertvolles Denkmal stand an der Wegkreuzung Fisch – Saarburg und Körrig – Rehlinger Wald („First“) auf dem Bann Litdorf – Fisch. Es war ein gewaltiger Sandstein in Form eines Kegels von 5 m Höhe und 2 – 2 ½ m mittleren Durchmessers. Auf der Mantelfläche befanden sich Inschriften und Reliefs. Diese leider sehr verwittert. Man nannte ihn den „Weißstein“. Er ist ungefähr um das Jahr 1848 von dem Förster zu Rehlingen zerstört und die Steine zu Bauzwecken benutzt worden. Weißstein heißen heute die Felder links und rechts und ein Stück Weg „Auf dem Weißstein“.
Der sagenhafte Weinkeller auf dem Weißstein hat durch einen Fund im Frühjahr 1922 eine Erklärung erfahren. Dort fand man in der Tiefe von 1 m eine Urne aus schwarzem, nicht gebranntem Ton mit Asche, daneben Knochenreste und als Beigaben zwei Münzen. Die eine trägt den Namen Germanicus, auf der Unterseite das Bild der Vesta und den Buchstaben SC. Das Grab war von Kalksteinen eingefasst und von einer Steinplatte bedeckt. Diese hatte keinerlei Zeichen. Beim Heben derselben wurde die Urne vollständig zerdrückt.
Als das Feld noch mit dem Gespannpflug gepflügt wurde, hörten die Pflüger an dieser Stelle stets einen hohlen Klang, wenn sie mit schweren Pferden darüber kamen. Das war die Veranlassung zur Aufnahme eines Kellers. Vielleicht sind auch noch die Heizanlagen eines römischen Hauses hier erhalten. Die Erhöhungen an dieser Stelle des Höhenrückens erscheint auch nicht als natürliche Bildung, sondern mehr als Schuttstelle. Zahlreiche Ziegelstücke, die vorbei führende Römerstraße und mehrfache Münzfunde bestätigen diese Vermutung. In der Nähe 
 
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