15 Nachkriegszeit und Wiederaufbau - Gemeinde Fisch

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14. Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Nach der Rückkehr im März und April 1945 bot sich den Fischer Einwohnern ein trauriges Bild. Viele Häuser waren schwer beschädigt. Ohne Vieh ging es daran, die teilweise verwüsteten Häuser zu reinigen, Schäden in Stand zu setzen und die Felder zu bestellen.
Die durch Fisch hindurch ziehenden amerikanischen Truppen brachten Lebensmittel, sogar Schokolade, Kaffee und Bananen mit. Pro Person gab es 3 Zentner Kartoffeln. Wer noch Geld hatte, ging in die Eifel in den Raum Wittlich, um sich neue Kühe zu kaufen. Vieh war bei der Rückkehr ins Dorf keines mehr da.
Brotmarken für 1 Pfund Roggenbrot aus dem Jahr 1948.
Die Lebensmittel, Kleider und auch andere Dinge des Lebens war bereits in den Kriegsjahren rationiert gewesen und nur über Bezugsscheine zu beziehen. Auch jetzt war man auf die Erträge des eigenen Landes und der Gärten angewiesen. Brot und Fleisch, aber auch andere Lebensmittel waren nur über Lebensmittelkarten zu beziehen. Dies änderte sich erst mit der Einführung der D-Mark 1948. Was sonst gebraucht wurde, wurde über den Schmuggel und dem Schwarzmarkt organisiert. Mit Fähren fuhr man nach Luxemburg, um Lebensmittel gegen andere Dinge einzutauschen und diese nach Fisch Heim zuschmuggeln. Aus Trier und dem Saarland kamen vor allem Einwohner der Städte zum „hamstern“. Gegen Schnaps und frisch geernteten Lebensmitteln tauschten diese Stoffe, Kleider, Porzellan und sonstige Güter. Um vor dem Zugriff der Besatzungsbehörden sicher zu sein, wurde nachts heimlich Schnaps gebrannt, Mehl gemahlen oder selbst geschrotet und Brot gebacken. In fast jedem Haus wurden in der Küche im Backofen 8 bis 10 Brote gebacken, die für eine Woche reichten. Und natürlich auch heimlich nachts geschlachtet, wobei man die Schweine schnell tötete, damit sie nicht verräterisch schreien konnten.
Der erste Fischer Ortsbürgermeister nach dem Krieg: Johann Löwenbrück.


1946 begann der Wiederaufbau von Verwaltungsstrukturen. Am 15. Septem­ber wurden durch die französische Besatzung erste Kommunalwahlen durchgeführt, zu denen nur unver­dächtige Personen zugelassen wurden. Von den 10 Ratsmitgliedern in Fisch wählten sechs den Landwirt Johann Löwenbrück zum ersten Nachkriegs­ortsbürgermeister. Zuvor hatten die Amerikaner eine ihnen angenehme Person zum Ortsvorsteher ernannt.
Karte des Kreises Saarburg mit den Gebietsverlusten 1947.
In dieser Zeit gehört Fisch wie alle Gemeinden des Kreises Saarburg für rund ein Jahr zum französisch verwalteten Saargebiet. Am 18. Juli 1946 hatte General König die Abtretung des Kreises sowie eines Teil des Amtes Konz vom Regierungsbezirk Trier verfügt. Im Juni 1947 musste er diese Entscheidung auf Druck der Amerikaner und Briten rückgängig machen. Dabei verblieb jedoch der südliche Teil des Kreises Saarburg dauerhaft beim Saarland. Hinter Kirf begann nun die Grenze; Zollhäuser wurden aufgestellt.
In den ersten Jahren war der Wiederaufbau beherrschendes Thema in der Gemeinde. Straßen mussten repariert und neu angelegt, Strom- und Wasserleitungen instand gesetzt werden. Zur Sicherung des Lebensminimums wurden von der Amtsverwaltung Tawern Bezugsscheine und Lebensmittelkarten ausgegeben.
Auch die 50er Jahre standen noch ganz im Zeichen des Wiederaufbaus. Schule und Häuser mussten repariert werden. Dabei fehlte es am nötigsten. Geld war kaum vorhanden. Erst allmählich besserte sich die Situation. Mit der Einführung der D-Mark verschwanden nach und nach Hamstergäste und Schmuggler, das Angebot in den neu eröffneten Läden in Fisch wurde reichhaltiger. So wurde nun nicht mehr zu Hause Brot gebacken, sondern der Bäcker brachte zwei bis drei Mal die Woche Brot ins Dorf – zunächst gegen Brotmarken, die man beim Müller erhielt, später gegen Geld.
 
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