Streuobstwiesen - Gemeinde Fisch

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Viezregion

Naturpark-Botschafterin Ulrike Höfken informiert sich vor Ort über das
"Naturpark-Streuobstwiesenprojekt im Saarburger Land"
(Presseinformation vom 01.07.2013)

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen, den sogenannten Hot Spots, und sind zudem ein landschaftsprägender Bestandteil der Kulturlandschaft des Naturparks Saar-Hunsrück. Trotz ihrer vielfältigen Bedeutung sowohl für Tier- und Pflanzenarten als auch für uns Menschen stellt sich die Frage: Haben Streuobstwiesen noch eine Zukunftsperspektive? Ausschlaggebend hierfür ist vor allem das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die Freude an der Pflege der Bestände haben und zudem noch mit schmackhaftem Obst belohnt werden. Dazu zählt unter anderem natürlich ein fachgerechter Baumschnitt. Der Naturpark Saar-Hunsrück unterstützt im Rahmen des Naturpark- Handlungsprogramms Streuobstwiesenprojekte und fördert das nachhaltige Denken und Handeln in den Naturpark-Gemeinden. Im Auftrag des Naturparks und der Ortsgemeinde Fisch wurde zusammen mit der Landschaftsökologischen Arbeitsgemeinschaft Trier (LAT), Dr. Annette Schäfer und Dr. Hildegard Wey, ein praxisorientiertes mehrjähriges Konzept zur Pflege von Streuobstwiesen im Naturpark Saar-Hunsrück ausgearbeitet. Im Naturpark-Dorf Fisch im Saarburger Land wird die Konzeption beispielhaft durch fachgerechte Revitalisierungsmaßnahmen der Streuobstwiesenbestände praktisch umgesetzt.
Ziel des Naturpark-Pilotprojektes ist eine vorbildliche nachhaltige Streuobstwiesennutzung, -bewahrung und -entwicklung. Bisher wurden seitens des Naturparks Saar-Hunsrück Fördermittel in Höhe von 78.170 € für erste prioritäre Maßnahmen, wie die Entfernung von Misteln, erste Schnittmaßnahmen zur Erhaltung der vergreisten Baumbestände mit erforderlicher Nachpflege sowie Pflege von Jungbäumen, bewilligt. Die Idee für die Durchführung des Vorhabens in der Ortsgemeinde Fisch, die an dem internationalen Jakobuspilgerweg liegt, ist die langjährige und traditionelle Verwurzelung der Apfel-, Viez- und Edelbrandkultur und ihre Lage an der länderüberschreitenden Viezstraße. Ein Beispiel für die Identifikation der Fischer BürgerInnen mit ihren charakteristischen Streuobstwiesen rund um den Ortskern ist die aktive Nutzung und Pflege der Streuobstbestände durch die ansässigen Obstbauern und Brennereien sowie Landwirte und das Viezfest mit Viezprobe und Viezkönigspaar. Gemeinsam mit dem Naturpark-Vorstandsvorsitzenden Landrat Udo Recktenwald, Geschäftsführerin Gudrun Rau, dem 1. Kreisbeigeordneten und Ortsbürgermeister Dieter Schmitt sowie Landtagsabgeordneten, Mitgliedern des Naturparks, Gemeinderatsmitgliedern, den Eigentümer der Streuobstwiesen sowie weiteren Akteuren ging Naturpark-Botschafterin Umweltministerin Ulrike Höfken durch die Streuobstwiesen.
Foto v. li: Naturpark-Geschäftsführerin Gudrun Rau (3 v. li) erläutert Stadtbürgermeister von Saarburg Jürgen Dixius, Ortsbürgermeister von Fisch Dieter Schmitt, Projektleiterin Dr. Annette Schäfer, Naturpark-Botschafterin und rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken, Naturpark-Vorstandsvorsitzenden Landrat Udo Recktenwald, Fischer-Streuobstwiesenbesitzer Günter Hunsicker und dem Vorsitzendem des Landschaftspflegeverbandes Birkenfeld Horst Elz das Naturpark-Streuobstwiesenprojekt in Fisch. 
Projektleiterin Dr. Annette Schäfer, Landschaftsökologische Arbeitsgemeinschaft Trier, informiert die Gäste vor Ort über den Werdegang und aktuellen Stand des Projektes sowie die weiteren Schritte bis zum Projektende in zwei Jahren. Im Anschluss an den Streuobstwiesenrundgang fand unter der Schirmherrschaft der Naturpark-Botschafterin und unter fachkundiger Leitung von Dr. Gerhard Scholten, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, (DLR Mosel) eine länderüberschreitende Viezprobe im Bürgerhaus „Jakobushaus“ der Naturpark-Gemeinde Fisch mit rund 70 Teilnehmern statt. Begleitet wurde die Viezprobe durch die Präsentationen von Streuobstwiesenakteuren aus dem Naturpark Saar-Hunsrück. Mit dabei waren der Landschaftspflegeverband Birkenfeld, die Regionalinitiative „Ebbes von Hei!“, die Viezstraße e. V., Verband der Obst- und Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz e. V. sowie das Streuobstwiesenprojekt der Integrierten Gesamtschule Morbach.
„Mit dem Genuss von heimischem Frischobst, sortenreichen Säften, erfrischendem Viez, spritzigen Seccos … hat dieses wertvolle und idyllische Landschaftsparadies unserer Heimat Zukunft. Hier lässt sich Naturschutz und Regionalentwicklung zum Nutzen der Region auf genussvolle Art verbinden", so Naturpark-Botschafterin Ulrike Höfken während der Verköstigung prämierter Viezprodukte aus dem Naturpark.
„Denn nur wenn wir das Wissen um die Bedeutung und Pflege dieser wertvollen Lebensräume auch den nächsten Generationen weitergeben, haben die landschaftsprägenden Streuobstwiesen unserer Heimat auch eine Perspektive“, hebt Vorstandsvorsitzender des Naturparks Saar-Hunsrück Landrat Udo Recktenwald hervor.
„Die Qualitätsmarke „Naturpark“ ist für unsere Viezfeste und -proben sowie unsere Streuobstwiesenprodukte ein hervorragender Werbefaktor und auch Standortvorteil. Das bundesweite Image eines Qualitätsnaturparks als intakte Kulturlandschaft mit hohem Erlebniswert werden wir werbewirksam nutzen und das Naturpark-Logo zukünftig auf den Etiketten unserer Streuobstwiesenprodukte aufbringen", so Ortsbürgermeister Dieter Schmitt.
„Wir freuen uns, dass wir durch dieses Projekt die charakteristischen Streuobstwiesen unserer Kulturlandschaft erhalten können und wir für Bewohner und Besucher des Saarburger Landes eine attraktives Naturpark-Dorf mit hohem Wohn- und Freizeitwert bieten.“, ergänzt Naturpark-Geschäftsführerin Gudrun Rau.
Neben den Pflegemaßnahmen an den alten Streuobstwiesenbeständen in Fisch wurden und werden auch Informationsveranstaltungen, Workshops und Seminare rund um die Streuobstwiese im Rahmen der Naturpark-Akademie im Naturpark in Kooperation mit den Dienstleistungszentren Rheinpfalz sowie Rheinhessen-Nahe-Hunsrück durchgeführt. Das praxisorientierte und umweltpädagogische Begleitkonzept beinhaltet ebenso spezielle Schnittkurse unter fachkundiger Leitung.

Weitere Informationen: Naturpark Saar-Hunsrück Trierer Str. 51, 54411 Hermeskeil, Telefon 06503/9214-0  Mail: info@naturpark.org

Hintergrundinformationen:
Im Naturpark Saar-Hunsrück zählt der Landschaftsraum Saar-Ruwer-Hunsrück zählt zu den ausgezeichneten Hotspot-Regionen der biologischen Vielfalt in Deutschland. 30 dieser Regionen wurden vom Bundesamt für Naturschutz ausgewählt aufgrund ihrer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Tier- und Pflanzenarten, Populationen und Lebensräume. Sie stellen die „Schatztruhen der biologischen Vielfalt“ dar.
Das Hotspot-Gebiet im Naturpark hat einen Flächenanteil von rd. 1.462 km², ca. 71 % der Naturparkfläche. Das Gebiet umfasst die Naturräume Unteres Saartal, Saar-Ruwer-Hunsrück, Hochwaldvorland, Hochwald-Idarwald, Baumholder Hochland und Oberes Nahebergland.
Biologische Vielfalt ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde. Für ihre Erhaltung gibt es vielfältige ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle und ethische Gründe: Eine intakte biologische Vielfalt kann sich besser an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen – eine wichtige Voraussetzung angesichts des weltweiten Klimawandels.
Aber nicht nur die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten macht sie zu wertvollen Biotopen. Auch Aspekte des Naturerlebens, der Freizeitgestaltung und der Lebensqualität des Wohnumfelds sprechen für die dauerhafte Sicherung der biologischen Vielfalt.
Artenreichtum in den Streuobstwiesen beruht auf der Vielfalt unterschiedlicher Nischen und der engen Verzahnung von offenen Grünlandflächen und totholz- und höhlenreichen Bäumen. Die blühenden und früchtetragenden Streuobstlandschaften sind sowohl im Frühling als auch im Herbst reizvoll und eine besondere Attraktion für Touristen.
Das Grünland wird in den meisten Fällen extensiv genutzt und nur wenig gedüngt und ist deshalb oft wenig nährstoffreich und ist artenreich an Kräutern, deren Zusammensetzung sich je nach Standort und Nährstoffverhältnissen unterscheidet. Diese Vielfalt bietet eine hervorragende Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten und Vögel. Besonders Arten, die auf Totholz und Baumhöhlen angewiesen sind, wie z. B. zahlreiche holzbewohnende Insekten, darunter viele Hautflügler und Käfer, höhlenbrütende Vogelarten und Fledermäuse gehören zu den Charakterarten der Streuobstwiesen wie z. B. Wendehals, Steinkauz und verschiedene Spechtarten.
 
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